Die schulische Vorgehensweise bei Dyskalkulie ist nicht oder nur teilweise durch Erlasse geregelt. Dyskalkulie ist immer noch eine Grauzone, in der Unwissenheit und Unsicherheit vorherrschen. Eltern merken beim häuslichen Üben, dass mit ihrem Kind beim Rechnen "etwas nicht stimmt", werden aber eher vertröstet ("Warten Sie mal ab, irgendwann macht es "klick" und der Knoten ist geplatzt"). Dies ist ein folgenschwerer Irrtum. Eine Dyskalkulie "wächst sich nicht aus", mit Sicherheit aber das Ausmaß des Versagens in Mathematik und die damit verbundenen Frustrationen und Nöte.
Frau Palme steht am Beratungstelefon für eine umfangreiche Erstberatung zur Verfügung. Weitere Einzelfallberatung leisten wir an unsere Mitglieder. Einen Antrag auf Mitgliedschaft können Sie bequem online ausfüllen. Hier nun die 5 Fragen, die in der Beratung am häufigsten gestellt werden.
Beraten Sie sich zunächst mit dem Mathematiklehrer und besprechen Sie die Problematik. Ebenso können Sie sich an die Ansprechpartner in unseren Landesverbänden wenden.
Sprechen Sie die Problematik mit dem Kinderarzt durch. Lassen Sie sich eine Überweisung zu einem Facharzt für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie, -psychotherapie geben, der eine detaillierte Diagnostik nach ICD-10 durchführen kann.
Es sollte so schnell wie möglich eine Diagnostik erfolgen. Man kann davon ausgehen, dass das Kind die Dyskalkulie schon zu Beginn des ersten Schuljahres hatte. Je länger abgewartet wird, um so mehr verstärkt sich die Störung.
Ein zählendes Kind ist in den allermeisten Fällen ein rechenschwaches Kind. Ende des zweiten Schuljahres haben Kinder die Möglichkeit, andere Lösungsstrategien anzuwenden. Wenn nur die Zählstrategie für eine Lösung zur Verfügung steht, kann davon ausgegangen werden, dass das Kind die Mathematik grundsätzlich nicht verstanden hat.
Es kann davon ausgegangen werden, dass das Kind sog. "Luftfinger" benutzt. Es schließt die Augen und zählt das Ergebnis ab. Jedes Mal, wenn eine Zahl hinzugefügt oder abgezogen wird, bewegt das Kind den Kopf. Hier handelt es sich um ein Abzählen und nicht um ein Errechnen des Ergebnisses.