Fragen & Antworten

"Unser Kind hat eine Rechenstörung (Dyskalkulie) – Was können wir tun? Worauf müssen wir achten?"

Die schulische Vorgehensweise bei Dyskalkulie ist nicht oder nur teilweise durch Erlasse geregelt. Dyskalkulie ist immer noch eine Grauzone, in der Unwissenheit und Unsicherheit vorherrschen. Eltern merken beim häuslichen Üben, dass mit ihrem Kind beim Rechnen "etwas nicht stimmt", werden aber eher vertröstet ("Warten Sie mal ab, irgendwann macht es "klick" und der Knoten ist geplatzt"). Dies ist ein folgenschwerer Irrtum. Eine Dyskalkulie "wächst sich nicht aus", mit Sicherheit aber das Ausmaß des Versagens in Mathematik und die damit verbundenen Frustrationen und Nöte.
Frau Palme steht am Beratungstelefon für eine umfangreiche Erstberatung zur Verfügung. Weitere Einzelfallberatung leisten wir an unsere Mitglieder. Einen Antrag auf Mitgliedschaft können Sie bequem online ausfüllen. Hier nun die 5 Fragen, die in der Beratung am häufigsten gestellt werden.

1. Ich bin nicht sicher, ob mein Kind eine Dyskalkulie hat. Was soll ich tun?

Beraten Sie sich zunächst mit dem Mathematiklehrer und besprechen Sie die Problematik. Ebenso können Sie sich an die Ansprechpartner in unseren Landesverbänden wenden.

2. Ich habe beim Jugendamt angerufen. Dort kann man mir keine Anlaufstellen für eine Testung nennen. An wen kann ich mich wenden?

Sprechen Sie die Problematik mit dem Kinderarzt durch. Lassen Sie sich eine Überweisung zu einem Facharzt für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie, -psychotherapie geben, der eine detaillierte Diagnostik nach ICD-10 durchführen kann.

3. Ich habe einen Termin mit der Mathematiklehrerin meiner Tochter ausgemacht. Sie ist im dritten Schuljahr und hat große Probleme beim Rechnen. Die Lehrerin meinte, es würde sich auswachsen und ich solle abwarten. Wie lange soll ich nun noch warten?

Es sollte so schnell wie möglich eine Diagnostik erfolgen. Man kann davon ausgehen, dass das Kind die Dyskalkulie schon zu Beginn des ersten Schuljahres hatte. Je länger abgewartet wird, um so mehr verstärkt sich die Störung.

4. Meine Tochter ist im dritten Schuljahr und zählt nachhaltig mit den Fingern. Ist dies ein Symptom für eine Dyskalkulie?

Ein zählendes Kind ist in den allermeisten Fällen ein rechenschwaches Kind. Ende des zweiten Schuljahres haben Kinder die Möglichkeit, andere Lösungsstrategien anzuwenden. Wenn nur die Zählstrategie für eine Lösung zur Verfügung steht, kann davon ausgegangen werden, dass das Kind die Mathematik grundsätzlich nicht verstanden hat.

5. Meine Tochter zeigt ein merkwürdiges Verhalten, wenn sie eine Aufgabe ausrechnen soll. Sie schließt die Augen und bewegt den Kopf dabei. Ist das ein Hinweis auf eine Rechenschwäche?

Es kann davon ausgegangen werden, dass das Kind sog. "Luftfinger" benutzt. Es schließt die Augen und zählt das Ergebnis ab. Jedes Mal, wenn eine Zahl hinzugefügt oder abgezogen wird, bewegt das Kind den Kopf. Hier handelt es sich um ein Abzählen und nicht um ein Errechnen des Ergebnisses.

Weitere beantwortete Fragen, Unterstützung und Argumentationshilfen erhalten unsere Mitglieder im Mitgliederbereich, über unser bundesweites Beratungstelefon sowie bei den Ansprechpartnern in den einzelnen Landesverbänden.