Die Diagnose einer Lese-Rechtschreibstörung wird durch Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Kinder- und Jugendspsychotherapeuten oder Diplom-Psychologen gestellt. Wichtig sind dabei der Informationsaustausch und eine enge Kooperation mit Schule und Eltern. Lese- und Rechtschreibtests werden teilweise auch in den Schulen durchgeführt, größtenteils aber in speziellen Beratungsstellen oder den schulpsychologischen Diensten.
Neben den Schulnoten im Diktat; der Frage nach dem Unterschied zwischen Noten im Deutschen (Lesen und Rechtschreiben) zu Noten in anderen Schulfächern wird die Art und Häufigkeit der Fehler beim Lesen und Rechtschreiben festgestellt. Zur Einschätzung eines Gesamtbildes dient die Einsicht in Schulhefte und Schulzeugnisse sowie standardisierte Lese-Rechtschreibtests.
Für eine Diagnose ist es wichtig, herauszufinden, wie sich das Kind im Allgemeinen entwickelt hat. Es geht darum die Entwicklung von Sprache, Motorik, Körper festzuhalten. Nicht unbedeutend sind auch diagnostische Ergebnisse über die Seh- und Hörleistung des Kindes.
Neben der Art, Qualität und Verlauf der der schulischen Unterrichtung und bereits erfolgter Fördermaßnahmen ist die Häufigkeit von Klassen- bzw. Schulwechsel für den Diagnostiker interessant. Ebenso erfragt wird die schulische Motivation im Verlauf seit Schulstart bis heute. Aber auch Hausaufgabenkonflikte und der Umgang mit der Familie, Klassenkameraden und Freunden werden beurteilt.
Manchmal bleibt es jedoch nicht nur bei Lese-Rechtschreibproblemen. Es gesellen sich auch Auffälligkeiten in der Aufmerksamkeit und Konzentration hinzu. Dringend Hilfe braucht Ihr Kind, wenn es bereits unter Schulangst, Störungen im Sozialverhalten, Aggressivität, Depressionen oder psychosomatischen Beschwerden (Kopf- oder Bauchschmerzen, Übelkeit etc.) leidet.